Froschnetz - Frösche, Kröten, Molche

Herzlich willkommen im Froschnetz.

Hier finden Sie vieles über Frösche, Kröten, Molche und andere Amphibien der Schweiz und Mitteleuropas: Ihre Biologie, ein Arten-Katalog mit ausführlichen Beschreibungen, wo sie leben und wie Sie ihnen einen Lebensraum im eigenen Garten bieten können, Gefahren für Froschlurche, ein Froschquiz und manches mehr. Sie finden auch ein paar Kurz-Videos, Amphibienstimmen und viele Bilder, z.B. in der Bildergalerie.
Bestimmung von Laich, Kaulquappe und Frosch bzw. Kröte ist mit dem Amphibien Bestimmungsschlüssel im Artenkatalog möglich.
Im Amphibien-Forum kannst du Fragen stellen rund um den Frosch, Kröte, Kaulquappen und vielem mehr.

Aktuelles aus der Frosch-Welt

Erster Grasfrosch nun auch in Muri b. Bern

Heute habe ich den ersten Grasfrosch in einem unserer noch halb zugefrorenen Teiche in Muri b. Bern zufällig entdeckt. Er hat sich unter Wasser \“versteckt\“. Wie lange er schon da ist, lässt sich nicht sagen. Es ist anzunehmen, dass er beim letzten Wärmeeinbruch am 10.3.06 hingewandert ist. Eine Überwinterung in diesem Teich ist wenig wahrscheinlich, da dieser mit nur 40cm Tiefe flach ist und wohl ganz durchgefroren war diesen Winter.

Dieser Fund lässt vermuten, dass offenbar an mehreren Orten der Schweiz trotz der frostigen Nächte schon Amphibien unterwegs sind oder waren.

Erster Grasfrosch im 2006   Der Tümpel ist noch halb mit Eis bedeckt.
Der gefundene Grasfrosch versteckt im noch halb vereisten Tümpel.

Später entdeckte ich noch einen weiteren Grasfrosch unter dem Eis und zwei junge Wasserfrösche im sonnigen, warmen Weiher zusammen mit 7 Bergmolchen. Der Frühling hat begonnen!

Erneut Amphibienwanderungen in der Westschweiz?

Die Ostschweiz ist noch immer unter einer dicken Schneedecke begraben. Im Bernbiet und westlich davon fiel jedoch nur wenig Schnee, der mittlerweile in den tiefen Lagen geschmolzen ist. Ganz im Westen hatte es kaum Schnee.

Durch den starken nächtlichen Regen bei Temperaturen um 8-10°C ist es wahrscheinlich, dass in den bereits schneefreien Gebieten einzelne Amphibien diese Nacht gewandert sind. Die grosse Wanderung lässt aber immer noch auf sich warten, dazu war es in den letzten Tagen noch zu kalt. Auch die folgende Witterung ist nicht amphibienfreundlich, die Temperaturen sollen wieder sinken und Schnee bis ins Flachland ist angesagt.

Es sieht danach aus, als ob die Wanderung ähnlich wie letztes Jahr ablaufen wird, wo sich viele Tiere in kurzer Zeit auf Wanderschaft begeben haben. Das Wetter war vorher auch trocken und frostig und wurde dann auf einen Schlag gegen Ende März feucht und warm.

Froschwanderung vorerst unterbrochen

Die kühlere Witterung hat die Amphibienwanderung vorerst gestoppt. In den nächsten Tagen ist auch nicht mit Wanderungen zu rechnen, da die Temperaturen Nachts nahe an den Gefrierpunkt oder sogar darunter sinken. Ebenso sind keine Niederschläge zu erwarten.

Amphibienwanderungen 2006 gestartet

Während an vielen Orten der Schweiz die Teiche noch tief gefroren sind, sind gemäss einer Meldung der KARCH bereits einzelne Amphibien in der Schweiz unterwegs. Das milde Wetter mit dem nächtlichen Regen wäre eigentlich ideales Wanderwetter. Da aber durch die strenge Kälte der vergangenen Wochen die Böden und Gewässer erst langsam auftauten, ist die grössere Wanderung noch ausgeblieben. Die Sichtungen beschränken sich auf Milde Gebiete am Neuenburger- und Genfersee. Ebenfalls im Westen Deutschlands sind einige Amphibien unterwegs, wie der Nabu berichtet.

Sollte es in den nächsten Tagen weiterhin mild bleiben und nachts bei über 4°C regnen, werden sich vermehrt Amphibien auf Wanderschaft begeben. Jetzt heisst es wieder für die Autofahrer bei den Wanderrouten vorsichtig fahren. Tempos von über 30 km/h können Frösche bereits töten, auch wenn diese zwischen die Räder genommen werden. Spätestens jetzt sollten die Froschzäune aufgestellt und regelmässig kontrolliert werden.

Die ersten Amphibien, die wandern sind die Molche und die Braunfroscharten Springfrosch und Grasfrosch. Die Erdkröte wandert etwas später, da sie etwas höhere Temperaturen zum wandern braucht. Die grosse Krötenwanderung wird im März erwartet.

Melden Sie uns ihre Beobachtungen zu wandernden Amphibien, z.B. indem Sie einen Kommentar zu dieser Meldung hinzufügen.

Tod unter der Eisschicht

Der sehr Kalte Winter hat auch in der Amphibienwelt seine Spuren hinterlassen, wie manche Berichte zeigen. Durch die lang andauernde Kälte sind viele Teiche mehrere Monate von einer dicken Eisschicht bedeckt gewesen. Dadurch können Faulgase, die durch Abbauprozesse entstehen, nicht mehr entweichen und der im Wasser gelöste Sauerstoff wird knapp, da kein Luftaustausch mit der Umgebung mehr stattfindet. Viele Tiere im Teich ersticken dadurch. Vor allem alte, stark bewachsene oder mit Laub gefüllte Teiche sind davon betroffen.

Unterwasserpflanzen, wie z.B. die Wasserpest, können auch im Winter Sauerstoff produzieren. Dies allerdings nur, wenn sie genügend Licht erhalten. Ist die Eisschicht zu dick, wachsen diese nicht mehr und verbrauchen auch Sauerstoff. In durchschnittlichen Wintern mit nicht zu langer Eisbedeckung können diese jedoch den Tieren im Teich helfen.

Um ein Froschsterben im eigenen Teich zu verhindern bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Laubeintrag von Bäumen oder Büschen sollte verhindert werden. Liegt viel totes Material im Teich, sollte ein Teil davon im Herbst entfernt werden. Schilf darf aber ruhig stehen bleiben, dies fördert sogar den Sauerstoffaustausch. Durch die Schilfrohre findet selbst bei gefrorenem Teich ein gewisser Gasaustausch statt. Zudem taut entlang des Schilfhalmes das Wasser schneller auf. Wer kein oder nur wenig Schilf hat, kann auch einen Schilfbündel in das Wasser stellen.

Liegt während mehrerer Wochen eine dicke Eisschicht auf dem Teich, und hat man die Vorsorgemassnahmen vergessen, kann man beim Luftaustausch auch etwas nachhelfen. So kann mit heissem Wasser ein Loch hinein geschmolzen werden, das man in einem Rohr auf das Eis giesst. So entsteht ein mehrere cm dickes Loch, aus dem Faulgase entweichen können. Mit einem Schlauch kann dann vorsichtig Luft hinein geblasen werden. Dabei muss man aber darauf achten, dass der Teichgrund nicht aufgewirbelt wird, sonst schadet es mehr als es nützt. Keinesfalls sollte das Loch in das Eis gehackt werden. Der Lärm stört die Tiere im Teich und bringt diese in Panik. So verbrauchen sie ein mehrfaches an Sauerstoff und können sterben. Allgemein sollte der Teich im Winter in Ruhe gelassen werden. Eishockey spielen oder auf dem Eis herum rennen sollte unterlassen werden.

Nicht alle Amphibien überwintern jedoch im Teich. Die meisten überwintern an Land in frostsicheren Verstecken. Auch dort muss frühzeitig dafür gesorgt werden, dass wintersichere Verstecke vorhanden sind. Ast- und Laubhaufen oder Erdhöhlen werden gerne angenommen. Auch hier sterben viele Amphibien, nur sieht man diese nicht, im Gegensatz zu den Teichen, wo manchmal dutzende Tiere nach der Eisschmelze auf dem Wasser schwimmen.

Neue Pilzkrankheit durch Klimawandel begünstigt

Die Klimaerwärmung schafft günstige Wachstumsbedingungen für einen krank machenden Pilz, der daraufhin bereits rund 70 Froscharten in Zentral- und Südamerika ausgerottet hat. Das berichtet eine internationale Forschergruppe im Fachjournal «Nature».

Zwei drittel der Arten sind in diesem Gebiet zwischen den 80er und 90er Jahren ausgestorben. Der Klimawandel führt zu mehr Wolken in den Bergen und damit zu kühleren Tagen und milderen Nächten. Dies begünstigt das Wachstum eines Pilzes, der die obere Hautschicht befällt und die Amphibien so für weitere Erreger anfällig macht.

Quelle: web.de

Ganzer Text: Web.de

Rote Liste der Amphibien und Reptilien der Schweiz

Die neue Rote Liste der Amphibien und Reptilien der Schweiz ist erschienen. Diese wurde vom Bundesamt für Umwelt und der KARCH erstellt und löst die alte von 1994 ab. Da neu nun die internationalen Kriterien der IUCN angewendet wurden, gibt es in der Liste einige Veränderungen. Bei den Amphibien gelten nebst dem Grasfrosch neu auch der Alpensalamander und der Bergmolch nicht mehr als gefährdet.

Von den 20 in der Schweiz einheimischen Amphibienarten gehören 14 (70%) der Roten Liste an und eine Art ist potentiell gefährdet. Davon sind 4 verletzlich, 9 stark gefährdet und eine ist in der Schweiz ausgestorben.

In der Schweiz ausgestorben:
Wechselkröte (Bufo viridis)
Vom Aussterben bedroht:
keine
Stark gefährdet:
Alpen Kammolch (Triturus carniflex)
Teichmolch (Triturus vulgaris)
Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)
Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Kreuzkröte (Bufo calamita)
Laubfrosch (Hyla arborea)
Italienischer Laubfrosch (Hyla intermedia)
Springfrosch (Rana dalmatina)
Verletzlich:
Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Fadenmolch (Triturus helveticus)
Erdkröte (Bufo bufo)
Italienischer Springfrosch (Rana latastei)
Potenziell gefährdet:
Wasserfrosch-Komplex (Rana esculenta und lessonae)
Nicht gefährdet:
Alpensalamander (Salamandra atra)
Bergmolch (Triturus alpestris)
Grasfrosch (Rana temporaria)
Ungenügende Datengrundlage:
Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
Moorfrosch (Rana arvalis)

Obwohl nun weniger Arten auf der Roten Liste stehen (70% statt 95%) kann keineswegs von Entwarnung gesprochen werden. Die Änderungen sind nur aufgrund der neuen Kriterien entstanden. Der Amphibienbestand hat weiter abgenommen. Nur der Italienische Springfrosch, der in der Schweiz nur im Tessin isoliert vorkommt, hat seinen Bestand vergrössert. Besonders kritisch ist die Situation der Pionierarten (Kreuzkröte, Gelbbauchunke, Laubfrosch…), die auf periodisch austrockende Gewässer angewiesen sind. Hier ist dringender Handlungsbedarf gefordert. Es müssen wieder vermehrt Landschaften der natürlichen Dynamik unterweorfen werden, wie Flussauen die regelmässig überschwemmen können und so neue Tümpel entstehen lassen.

Der ganze Bericht kann auf umwelt-schweiz.ch abgerufen werden: http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/shop/files/pdf/phpIxdEgK.pdf (pdf)

12. Herpetokolloquium der KARCH

Am Samstag, 3.12.05 findet das 12. Herpetokolloquium der KARCH in Fribourg statt. Schwergewichtig werden dieses Jahr Reptilien behandelt, jedoch sind auch einige Vorträge Amphibien gewidmet.

Zeit: 10:15-1645
Ort: Grosser Hörsaal des Chemischen Instituts der Universität Fribourg

Gäste sind herzlich willkommen.

Winterruhe

Langsam aber sicher kehrt Ruhe in der Amphibienwelt ein. Frosch und Kröte suchen sich ein wintersicheres Versteck um dort die kalte Jahreszeit zu überdauern. Wenn die Temperaturen in den Nächten mehrere Tage unter 8° sinken, machen sich die Tiere auf den Weg um sich ein Winterversteck zu suchen. An milden Tagen kann man noch bis in den November Amphibien beobachten, die sich in den letzten Sonnenstrahlen etwas aufwärmen.
Die meisten Amphibien überwintern an Land in Erdlöchern, Holzhaufen, Spalten und ähnlichen frostsicheren Verstecken. Beim Wasserfrosch und Grasfrosch tauchen auch einige Tiere in den Boden eines Teiches ab. Sie können dort den Winter unter Wasser überleben, da sie den Sauerstoffbedarf über die Hautatmung decken können.
Ein Winterschlaf im eigentlichen Sinne machen die Tiere dabei nicht, eher eine Winterruhe. Ihre Aktivität ist zwar stark eingeschränkt, in eine Winterstarre verfallen sie nicht den ganzen Winter, bei mildem Wetter werden sie auch wieder etwas aktiver.
Die grösse Gefahr besteht im erfrieren. Manche Tiere überleben den Winter nicht, weil ihr Versteck nicht frostsicher genug ist. Ein Verhungern wie etwa beim Igel kommt kaum vor. Frösche, die im Wasser überwintern ersticken manchmal, wenn der Sauerstoffgehalt im Wasser zu gering wird. Dies geschieht oft bei einer langen Vereisung, wenn der Sauerstoffaustausch des Wassers mit der Luft behindert wird.

Bestandesaufnahme der Gelbbauchunke im Berner Oberland


Gelbbauchunke (Bei Höri, ZH)

Die Karch (Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz der Schweiz) führt in den kommenden Monaten mit vielen freiwilligen Helfern eine Bestandesaufnahme der Gelbbauchunke im Berner Oberland und südlichen Teil des Aaretals durch, wie bereits in einem früheren Artikel erwähnt.

Die kleine Unke, die zudem sehr leise ruft wird oft übersehen so dass immer wieder Standorte übersehen werden. Wenn Sie die Unke im Kanton Bern beobachtet haben, melden Sie uns dies bitte so rasch wie möglich, damit wir den Standort noch in unsere Erhebungen einbeziehen können. (Als Kommentar zu dieser Meldung, im Forum oder an froeschemeyweb.ch)

Die Gelbbauchunke erlebt im Kanton Bern wie auch in der restlichen Schweiz einen drastischen Rückgang, so dass viele der ehemaligen Standorte erloschen oder stark bedroht sind. Unkenlebensräume brauchen regelmässige Pflege, da die Tiere nur in kahlen, wenig bewachsenen Pfützen laichen können. Solche Standorte waren früher an dynamischen Flussauen häufig zu finden. Diese sind heute aber weitgehend durch Verbauungen und Trockenlegungen verschwunden, so dass die Unken fast nur noch in künstlichen Lebensräumen zu finden ist. Kiesgruben und Waffenplätze sind ein wichtiger Lebensraum der Unke geworden.

Mehr über die Gelbbauchunke