In einem Wald nahe meines Wohnortes hat es eine relativ üppige Erdkrötenpopulation. Vereinzelt finden sich dort an einem Tümpel auch Frösche, Teich- und Bergmolche. Nun habe ich heuer leider schon fünf von Parasiten befallene Kröten gefunden. Drei dieser Kröten hatten Maden in ihren Nasen, die von innen her deren Köpfe auffraßen. Dabei handelt es sich um Larven der Krötengoldfliege (Lucilia bufonivora) oder auch der Waldgoldfliege (Lucilia silvarum). Zwei Kröten hatten Eier auf der Haut, offenbar Fliegeneier. Die habe ich beim zuletzt gefundenen Exemplar mit einer Zahnbürste entfernt. Die vollständige Entfernung dauerte über eine halbe Stunde, da die Eier unglaublich fest hafteten, beinahe als wären sie mit der Kröte verwachsen.
Um welche Eier handelt es sich? Ich glaube nämlich fast nicht, dass es sich um die Krötengoldfliege handelt. Die Eier der Krötengoldfliege sehen auf Internet-Fotos anders aus bzw. sie sind auf dem Wirt anders angeordnet. Eher durcheinander und es sieht so aus als wären sie einfach auf den Kröten abgelegt. Die Eier auf meinem Foto sind ordentlich in Reihen angeordnet und nicht einfach abgelegt. Sie sind jeweils an einem spitzen Ende an die Krötenhaut geklebt und stehen schräg ab. Sind das womöglich Eier der Waldgoldfliege? Zu dieser Fliege finde ich nur wenig im Netz und keine Abbildung ihrer Eier. Was den Nachwuchs angeht, verhält sie sich wie die Krötengoldfliege. Ihre Eier legt sie auf Amphibien ab, die geschlüpften Larven kriechen in die Nase des Wirts und ernähren sich von ihm bis dieser stirbt. Dann wandern sie in den Boden, verpuppen sich und etwa drei Wochen später schlüpfen die Fliegen.
Kann mir jemand sagen was für Eier an der Kröte auf meinem Foto anhaften?
Beim ersten Exemplar, das ich mit solchen Eiern fand, hingen diese im Gesicht der Kröte. Links und rechts am Kopf, an den Backen. Ebenfalls schräg abstehend in Reihen angeordnet und extrem stark anhaftend.
Zwei der drei gefundenen Kröten, wo Fliegenmaden bereits die Köpfe auffraßen, habe ich erlöst (sie litten offensichtlich unter starken Schmerzen). Die Kadaver habe ich verbrannt, damit nicht jeweils ca. 100 neue Kröten- oder Waldgoldfliegen nachkommen. Die dritte Kröte, von der die Maden noch nicht allzu viel gefressen hatten, nahm ich mit nach Hause. Habe ihr mit einer spitzen Pinzette über 90 Maden aus der Nase gezogen. Sie lebte noch zwei Tage bei mir, dann ist sie leider verstorben. Immer, wenn augenscheinlich alle Maden entfernt waren, waren am nächsten Tag wieder mehrere davon in ihrer Nase zu finden. Die Maden krochen offenbar immer wieder aus dem kaum zugänglichen Gaumenbereich hervor.
Gibt es eine Möglichkeit von solchen Maden befallene Kröten zu retten? Das mit der Entfernung der Maden per Pinzette habe ich aus einem Internet-Artikel, wo es jemanden geglückt war, eine Kröte derart zu retten. Allerdings gelang das nur bei einem von zwei Versuchsexemplaren.
Die anderen beiden Fotos zeigen zwei der drei gefundenen Kröten, wo bereits Maden in die Nasen der Kröten gewandert sind und sich vom Wirt ernähren. Eine recht große und eine mittelgroße Kröte. Die dritte solche Kröte war noch sehr klein, beinahe winzig. Trotzdem wurde selbst sie von einer parasitären Fliege als Wirt gewählt.


