Was erst als ambitioniertes Projekt begann, droht jetzt zur Alibiübung zu verkommen, dank dem Egoismus des Menschen.
Nach dem Hochwasser von 1999 wurde beschlossen, den Hochwasserschutz der Aare zwischen Thun und Bern zu verbessern und weite Strecken der heute in ein enges Korsett gezwängten Aare zu renaturieren. Nicht nur die hier stark im Rückgang begriffenen Amphibien hätten von der verbesserten Dynamik profitiert auch andere Tier- und Pflanzenarten hätten sich in der neuen Landschaft wohler gefühlt. Nicht zuletzt wäre auch ein Spaziergang an der Aare zu einem schöneren Erlebnis geworden in einer natürlichen Umgebung statt in einer Betonwüste.
Doch dieses Vorhaben droht Stück um Stück zu zerfallen, dank ein paar weniger Menschen. Nachdem das Projekt nach der Einsprache einiger Leute, vor allem der Belper Bevölkerung, zurückgestutzt wurde drohen nun die einzelnen Teilprojekte die Aare hinab zu schwimmen.
Notorische Verhinderer wie der Nationalrat Kurt Wasserfallen haben mehrere Projekte erfolgreich verhindert, wie beispielsweise die dringende Renaturierung im Abschnitt Allmendingen. Hier soll die Aare weiterhin im sterilen Kanal fliessen. Begründung: Er wolle weiterhin auf dem alten Uferweg spazieren. Dass der neue Uferweg nun 50m daneben hätte verlaufen sollen mit einem Blick in eine verschönerte Landschaft war ihm zu viel des Guten. Er konnte die Bevölkerung von Allmendingen erfolgreich überzeugen, das Projekt an der Urne abzuschmettern. Gute Argumente gegen das Projekt gab es nicht, das Land, das der Aare zurückgegeben worden wäre, war keiner Nutzung zugeführt.
Nun droht das selbe in der Elfenau. Einsprecher monieren, eine Verbreiterung der Aare komme nicht in Frage, da sie dann mit ihren Kindern nicht mehr in der Aare baden könnten, weil dann die Betonsporen verschwinden sollten. Probleme haben die Menschen… Natürlich ist das Baden auch nachher noch möglich, da die Aare wesentlich langsamer fliessen würde. Zudem gibt es noch viele andere Plätze entlang der Aare wo man auch baden kann. Eine Einigung ist nicht in Sicht, siehe dazu auch den Artikel in der \“Berner Zeitung\“: http://www.espace.ch/artikel_190743.html (verfällt am 18.4.06)

Die Aare in Muri heute im Betonkanal
Auch in Muri soll das Projekt nur stiefmütterlich umgesetzt werden. Eine Verbreiterung des Aarelaufs kommt nicht in Frage, da einzelne Personen, die Abholzung von den Bäumen auf dem alten Aaredamm nicht hinnehmen wollten. Sie wollten an der Landschaft nichts verändern. Die Natur lebt aber von Veränderung um sich entfalten zu können. Da müssen halt manchmal Opfer gebracht werden, um den Gesamtzustand zu verbessern. Einige Leute wollten sogar die Betondämme erhalten, damit sie darauf im Winter spazieren können. Im Sommer sind diese Dämme ohnehin meist überflutet. Beton hat man doch schon zuhause. Wieso muss dieser auch in der Natur vorkommen? Zum Glück sind sie damit nicht durchgekommen, weil die Instandstellung der Betondämme zu teuer sei (das war die Hauptbegründung, nicht etwa der Naturschutz)
Wenigstens sind in Rubigen die Bagger aufgefahren um einen Abschnitt der Aare dort zu renaturieren. Hier ist der nationalrätliche Einsprecher abgeblitzt. (Bund Artikel dazu) (verfällt am 28.3.06) (pdf)
Hoffen wir nun, dass die übrig geblieben Teile des Projekts umgesetzt werden können, so dass die Natur an der Aare wenigsten ein wenig an Schönheit gewinnt.
Weitere Informationen zum Projekt: http://www.aarewasser.ch/
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