Phatasma hat geschrieben: ↑Do, 07.07.2022 15:07
Nur das mit den exotischen Goldfischen habe ich nicht verstanden - die gehören wohl nicht in unser hiesiges Biotop, meint Ihr das? Sie sind aber sehr hübsch mit ihren goldenen Farbtupfen im Teich - und noch schlimmer, ein großer Koi lebt dort auch

Habt ihr einen Vorschlag für einheimische und dekorativ/ bunte Fische? Mittlerweile habe ich nur noch 5 Fische von ehemals 120 gesichtet. Einen Reiher haben wir auch, aber schon seit 2 Wochen nicht mehr gesehen, und über dem Teich Abends viele Fledermäuse, Brandmäuse, einen Marder und u.a. viele Eidechsen, die aber auch schon seit einigen Wochen nicht mehr zu sehen waren, die evtl. auch "Verringelnattert" wurden.
Goldfische sind nicht besonders gut für unsere einheimischen Gewässer, ganz besonders nicht in Naturgewässern. Sie machen viel Dreck und fressen die Kleintiere weg. Auf meinem Arbeitsweg ist ein Sumpfgebiet, da gab es bis vor ein paar Jahren Laubfrösche, durch Naturliebhaber, die liebevoll ihre Goldfische dort entsorgt haben ist der Bestand erloschen. In einem Gartenteich oder Schwimmteich ist das zwar nicht ganz so schön, aber wie gesagt, wenn man diese gern hat, warum nicht? Man pflanzt ja auch exotische Gewächse in den Garten. Es stört einfach das natürliche Gleichgewicht relativ stark.
Ich selbst habe ein paar Bitterlinge im Teich, sowie 3 Teichmuscheln (Bitterlinge brauchen die Muschel um sich zu vermehren). Bitterlinge gibt es auch mit farbiger Züchtung. Es sind einheimische Klein-Fische, die auch hauptsächlich Algen und Plankton fressen.
Es gäbe bei eurer Teichgröße eventuell die Möglichkeit Rotfedern einzusetzen, die gibt es mittlerweile auch in Goldzüchtung. Allerdings vermehren die sich stark und sind jetzt auch nicht so super für das Gleichgewicht, sie sind aber einheimisch.
Sie sind aber alle nicht so Farbintensiv wie Goldfische, außerdem sind meine beiden goldenen Bitterlinge recht schnell gefressen worden, die normalen sehe ich noch ab und zu.
Wenn ihr unbedingt Fische haben wollt, aber auch die Frösche und die Goldfische jetzt eh fast alle weg sind, schaut euch mal Bitterlinge an. Die können gut Co-Existieren, haben ein interessantes Fortpflanzungsverhalten und es gibt sie in Goldfarbe.
Übrigens euer Frosch sieht nach Teichfrosch aus (esculenta).
@Naturfreund Spessart: Sehe ich auch so. Die Ringelnatter frisst alle paar Tage bis Wochen, die braucht nicht viel, im Gegensatz zum Reiher.
Grasfrösche sind schon deutlich seltener als früher, es gibt sie zwar noch überall, aber die Zahlen gehen schon deutlich zurück, sogar hier.
@Ranita:
Ringelnatter: ob sie generell in Deutschland selten ist oder in manchen Gegenden häufig, wo die Bedingungen gut sind, aber diese Gegenden selten sind - das kommt aufs Gleiche raus.
Zahlenmäßig vielleicht ja, kommt es auf dasselbe raus, aber Naturschutztechnisch macht es schon Sinn das zu unterscheiden. Heißt, die Ringelnatter hat ein viel breiteres Lebensraumspektrum als z.B. eine Gelbbauchunke. Das heißt im Naturschutzsinn, dass die Ringelnatter von allen Bemühungen profitiert (ähnlich Grasfrosch), während die Unke spezielle Anforderungen hat. Wenn ich jetzt hier ein Gelbbauchunkentümpel anlege und angrenzend noch ein Waldgewässer, wird die Natter (hier auch der Grasfrosch) beide Lebenräume besiedeln, während die Unke nur in dem einen, der Molch in dem anderen sich fortpflanzen kann.
Heißt im Umkehrschluss die Ringelnatter hat weniger Schutzbedürfnis als die Gelbbauchunke.
Während die Ringelnatter auch Fischteiche besiedeln kann, können das bei uns nur Erdkröten und Grünfrösche bedingt. Auch hier profitiert sie.
Schlussendlich ist die Natter genau wie alle anderen Tiere, die auf Gewässer und Feuchtlebensräume angewiesen sind im Rückgang, ja, weil Feuchtgebiete selten geworden sind.
Doch während es für die Ringelnatter "genügt" verschiedenste Gewässertypen und Lebenräume zu schaffen, brauchen andere Tiere viel mehr spezielle Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Daher sage ich die Ringelnatter ist im Gegensatz zu anderen Tieren der Feuchtgebiete weniger selten, weil sie anpassungsfähiger ist, ähnlich dem Grasfrosch, Teichfrosch oder der Erdkröte.
Das Problem sind fehlende Feuchtlebensräume, ganz grundsätzlich und das bedeutet, das alle Tiere die diesen Lebensraum nutzen selten sind in Deutschland.
Ich hoffe das ist jetzt nicht zu verwirrend und man liest heraus was ich sagen will.