Django hat geschrieben:Anstatt auf politischer und ökologischer Ebene für den Erhalt der natürlichen Lebensräume zu kämpfen, haut man lieber auf Leuten rum, die ein paar Kaulis aus dem Teich fangen, um sie aufzuziehen.
Das widerspricht doch ziemlich meinem Empfinden. Der Schutz der Amphibien allgemein und deren Lebensräume steht klar im Vordergrund, sowohl bei Organisationen wie der KARCH als auch einigen Forenteilnehmern die sich persönlich für den Erhalt der Lebensräume der Amphibien einsetzen.
Zudem sagst du es ja selbst: Der Schutz der Lebensräume ist wichtig. Daher was bringt die Aufzucht von ein paar Kaulquappen, wenn der Lebensraum nicht stimmt (z.B. Teich wird zugeschüttet oder voller Fische?). Dann setzt man sich lieber für den Erhalt der Lebensräume ein statt mit selbem Aufwand ein paar Quappen gross zu ziehen.
Django hat geschrieben:
Und nicht, weil ein paar Menschen ein paar Kaulquappen fangen.
Solange es nur ein paar Menschen sind, ist das Fangen auch noch kein grosses Problem. Dass es nur ein paar Menschen sind, liegt daran, dass wir entsprechende Gesetze haben. Wäre das Fangen hingegen frei, sähe es anders aus. In anderen Ländern ist das Fangen durchaus ein Problem. Vor allem das Fangen von Amphibien in den Tropen für unsere Terrarien schwächt die dortigen Populationen teilweise signifikant.
Auch ich wurde mit Fällen konfrontiert, wo Leute mehrere Laichballen in ihrer Badewanne aufziehen wollten und sich dann hilfesuchend meldeten, was sie machen sollen, es stinke fürchterlich und die Quappen lägen alle am Boden in der Wanne.
Daher ist es sinnvoll, dass ein Verbot besteht, das übrigens nicht absolut ist. Zu wissenschaftlichen oder schulischen Zwecken bekommt man hier in der Schweiz eine Bewilligung.
Natürlich gibt es auch Fälle, wo man auch mal ein Auge zudrücken kann (z.B. wenn der Tümpel bedroht ist und keine Alternative vorhanden). Auch im Forum wird das nicht zu stur gehandhabt, sonst gäbe es hier auch keine
Aufzuchtanleitung. Aber oftmals ist der Zweck auch nicht genau ersichtlich und die Kompetenz bzw. Lernwilligkeit des Aufziehers nicht bekannt. Daher wird in Zweifelsfällen die Feilassung am Fundort empfohlen.
Weit schlimmer ist aber das Aussetzen oder Verschleppen wenn man sich der Konsequenzen nicht bewusst ist. Das hat schon einige Populationen zu Grunde gerichtet.
Das Thema Ochsenfrosch sollte bekannt sein. In der Schweiz wurde auch der Seefrosch zu einem Problem. Auch dieser stammt aus Aussetzungen und ist hier nicht heimisch. Dieser verbreitet sich nun auf Kosten des Kleinen Wasserfroschs und des Laubfroschs und hat diesen an einigen Orten verdrängt.
Weitere Probleme sind das verschleppen von Krankheiten.
Auch hier im Forum gab es immer wieder Fälle von Leuten, die Amphibien gefangen und über weite Strecken verschleppt hatten. Das kam dann raus, als man zur Freilassung am Fundort riet und es dann hiess: Geht nicht, ist viel zu weit weg.
Django hat geschrieben:
Und erzeuge damit in meinem Umfeld mehr Akzeptanz und Respekt für diese Tiere, als jeder Neubau einer Autobahn oder eines Neubaugebietes.
Da verstehe ich jetzt nicht, was du genau sagen willst. Dass der Neubau einer Autobahn die Akzeptanz für diese Tiere nicht fördert ist wohl klar.
Dass die Aufzucht von Tieren allgemein im Terrarium oder Gehege pädagogisch wertvoll ist, darüber kann man auch geteilter Meinung sein. Das Fangen von Tieren aus der freien Wildbahn einzig um das eigene "haben wollen" zu befriedigen zeugt genau nicht von Respekt gegenüber den Tieren. Ich empfehle immer wenn möglich die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Nur so kann man deren Ansprüche und Wesen richtig vermitteln. Wenn man deren Lebensräume schützen will, muss man auch die Lebensraumansprüche kennen lernen.
Django hat geschrieben:
Und die gleichen User, die hier auf die Gesetzesbremse treten, gehen am Abend grillen und unterstützen gleichzeitig die Massentierhaltung.
Da kann ich dich gleich selbst zitieren
Django hat geschrieben:
Es ist also schon unverschämt, mir indirekt etwas zu unterstellen.