Exoten, Ersatz für sogenannte "Liebhaber"?

Biologie, Lebensweise, Verhalten, Ansprüche...
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Christian (Hessen)

Exoten, Ersatz für sogenannte "Liebhaber"?

Beitrag von Christian (Hessen) »

Hallo,

ich war grad nur mal so am Foren durchstöbern und bin durch Zufall hier auf die Seite gekommen. Erstmal vorweg, ich finde die Seite ist recht anschaulich gestaltet und gefällt mir recht gut.

Aber nun zum Thema. Mir ist sofort aufgefallen, dass Leute, die hier erzählen, dass sie ein paar Kaulquappen oder etwas Laich aus einem Gewässer entnommen haben, sofort zur Raison gerufen werden, indem man ihnen Gesetzestexte unter die Nase reibt und sie über die "Schwierigkeit" ihres Unterfanges aufklärt. Das ist soweit nicht schlimm, würde nicht im selben Forum über exotische Arten geredet, als wären sie Spielzeug.

Da fragt jemand nach einer Krötenart und schwupp fällt ein Link wo man sie kaufen kann und niemand macht sich auch nur die Mühe mal zu fragen, ob dieser Jemand sie überhaupt artgerecht halten kann. Nur weil viele Exoten nicht unter Schutz stehen (obwohl das Fragwürdig ist, wenn man das weltweite Massensterben von Amphibien betrachtet) und sie nicht behördlich Anzeigepflichtig sind, heißt das nicht, dass man mit ihnen verfahren kann wie man will. Diese Tiere sind Quasi die Guppys des Amphibienhalters.

Ich möchte darüber keine ewige Grundsatzdiskussion lostreten, aber ich finde es sollte zumindestens mal gesagt werden und falls ein Bedürfnis besteht darüber zu diskutieren soll dies natürlich getan werden.

Ich für meinen Teil habe schon des öfteren Laichballen mitgenommen, sie quasi "aufgezogen" und später wieder entlassen und es ist bisher nie zu Problemen gekommen. Ich schäme mich nicht dafür und fühle mich auch keineswegs wie ein Verbrecher. Wie man damit umgeht bleibt jedem selbst überlassen.

Gruß
Chris
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Lennart
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Registriert: So, 04.03.2007 23:31
Geschlecht: männlich

Beitrag von Lennart »

Hallo,

welchen Beitrag meinsst du speziell ?
Wir hier im Forum helfen den Leuten so gut es geht sich über ein Tier zu informieren,Tipps zu geben oder leiten bei Gelegenheit auch User an ein Terrianer-Forum weiter!
Ein sehr schönes Bsp ist im Moment dieser Beitrag:
https://www.froschnetz.ch/forum/mein-fro ... -t918.html
Sieht es hier so aus als wenn mir der Frosch und die Haltungsbedingungen egal wären ?

Lg Lennart
Mfg

Lennart
Froschnetz-Mod
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B. Viridis
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Beiträge: 242
Registriert: Mi, 27.06.2007 11:57

Beitrag von B. Viridis »

Soweit ich das überblicken kann, werden die meisten Besucher dieser Seite, die sich speziell für exotische Amphibien interessieren regelmäßig auf die DGHT-Seiten verwiesen. Das ist auch vollkommen legitim, weil sich das Froschnetz auf einheimische Arten spezialisiert hat und keine Beratungsstelle für Terrarianer ist.

Dass Besucher, die Kaulquappen zu sich nach Hause holen, hier so streng behandelt werden, liegt eben daran, dass es dieses Gesetzte aus einem guten Grund gibt. Die Tiere stehen unter Naturschutz, viele sind selten und für Laien nicht einfach großzuziehen. Die Tiere sterben oft durch falsche Behandlung oder werden irgendwo ausgesetzt, wo sie keine Überlebenschancen haben. In unserer Zeit ist die Verschleppung eines Pilzes ein Problem beim Umsiedeln, dessen sich mit Sicherheit nicht jeder Laie bewusst ist, für Anurenpopulationen aber eine große Gefahr darstellen kann.

Rainer Günther unterstützt in seinem "Wasserfrösche Europas" aber durchaus die Aufzucht von Kaulquappen zu Studienzwecken für Schüler, um so ein Bewusstsein für diese Tiere zu schulen. Allerdings nicht ohne entsprechende Genehmigung und nur unter Aufsicht sachkundlichen Lehrpersonals und unter der Bedingung, dass die Tiere vor Beenden der Metamorphose ins Geburtsgewässer zurückgebracht werden.

Im letzten Jahr habe ich aufgrund des trockenen Märzes auch einige Austrocknungsopfer zu Gast gehabt. Habe mich dann aber ausführlich mit dem örtlichen Biotopschutz und Umweltamt bei einem Amphibientreffen über die Handhabung solcher Fälle unterhalten und wie man in unserer Umgebung richtig reagieren kann. Den Weg gehen viele Laien leider nicht.
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Benedikt
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Beiträge: 720
Registriert: Di, 08.05.2007 15:36

Re: Exoten, Ersatz für sogenannte "Liebhaber"?

Beitrag von Benedikt »

Christian (Hessen) hat geschrieben:Das ist soweit nicht schlimm, würde nicht im selben Forum über exotische Arten geredet, als wären sie Spielzeug.
Ich bin auch etwas erstaunt über diese Aussage! Schau mal diese Diskussion an:
https://www.froschnetz.ch/forum/ich-bin- ... -t910.html
Da habe ich dem Fragenden u.a. empfohlen, erst mal ein Buch über die Art zu lesen, die er halten wollte.

Gruss, Benedikt
Christian (Hessen)

Beitrag von Christian (Hessen) »

Ich hab mich bei meinen Aussagen in diesem Fall auf diesen Thread bezogen https://www.froschnetz.ch/forum/%2A%2A%2 ... -t700.html

Ich hab in meinem Beitrag bewusst etwas übertrieben. Mir ist auch klar, dass die Gesetze etc. auch ihren Sinn haben. Trotzdem finde ich es bedenklich zu sagen, Erdkröten zu halten sei nicht richtig, aber die niedlichen Pfeilgiftfrösche ausm Zoohandel sind ok. Erdkröten sind bisher bei weitem nicht vom Aussterben bedroht, soviel steht fest. Viele Exoten sind aber immer noch Wildfänge (daher auch das Beispiel mit den Fischen) und ihre Haltung ist, nur weil ihr Lebensraum gleichbleibendere Bedingungen hat, nicht einfach. Trotzdem wird so etwas nie angesprochen, da man diese Tiere (meistens) ohne irgendwelche Bescheinigungen oder Meldungen beim Amt halten darf. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass man die wirklichen Populationsgrößen nicht kennt.

Achso, außerdem hab ich keinen direkt angesprochen. Das war nur mein erster Eindruck den ich hatte. Ich hatte in einem Aquarienforum letztens eine Ähnliche diskussion, bei der ging es auch darum immer mehr und tollere Exoten zu halten. Ich finde bei manchen Tiergruppen grenzt das an Sammelwahn und nicht am Interesse an der Natur.

Gruß
Chris
alex
Mitglied
Beiträge: 1090
Registriert: Di, 07.10.2003 08:45

Beitrag von alex »

Etwas Recht möchte ich dem Trade-Eröffner schon noch zusprechen, besonders nach der 10 Aufzuchtfrage wird in der Regel etwas wehementer darauf hingewiesen, dass ein Abfangen im Grunde verboten ist, und die Quappen besser wieder freigelassen werden sollten.
Aber vieleicht zeigt sich Christian spetiell in der Zeit zwischen März und August etwas häufiger und geduldiger hier im Forum.

Ganz neben bei wurde vor einigen Jahren bereits eine Aufzuchtanleitung verfasst welche unter "Häufige Fragen" (linker Rand /blau) abgelegt ist.
So viel zur grundsätzlichen Einstellung.

Christian, ich hoffe Du nimmst Dir die Zeit um Deiner hier angeführten Kritik durch vorbildliches Antworten etwas Nachhaltikeit einzuverleiben.
In zwei drei Jahren können wir dann gerne nochmals die Ansichten erörtern.
Neben bei bemerkt, auch ich begann vor ca. 10-12 Jahren aus dem selben Beweggrund in Foren zu schreiben, und ertape mich je länger desto öfter, genau so mit den für mich damals äuserst fragwürdigen "Verbotshinweisen" zu argumentieren.
Irgendwie scheint nach dem 1000 Zehnagel rollendem Trade die Gedult etwas überstrabaziert zu sein.

Gruss Alex
alex
Mitglied
Beiträge: 1090
Registriert: Di, 07.10.2003 08:45

Beitrag von alex »

Sorrie unsere Beiträge haben sich überschnitten.

Um bei den Exoten zu bleiben:
Die in der DGHT geplante Arche für Amphibien (Chytridpilz) ist ähnlich zu bewerten und sehr kritisch zu beäugen.
Doch dies ist im Grunde ein Thema das wie alle Exotenthemen nicht hier ins Forum gehört.
Trade über Exoten werden sehr selten verfasst (3-4 mal / Jahr)

Gruss Alex
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